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Baumängel

So werden sie vermieden und richtig beanstandet

Baumängel sind leider alltäglich. Sei es, weil sich Häuslbauer überschätzen oder beauftragte Spezialisten aus Kosten- und Zeitgründen schlampen: Ärgerlich ist es in jedem Fall. Und nicht nur das, denn gerade gravierende Baumängel bedeuten in der Praxis meist enorme Zusatzkosten und im schlimmsten Fall Sicherheitslücken. Dieser Ratgeber verrät Ihnen deshalb, wie Sie Baumängel bei DIY-Projekten von vorneherein verhindern und wie Sie auf gemachte Fehler richtig reagieren.

Diese häufigen Baumängel gilt es zu vermeiden

  • Keller

Der Keller ist die Basis für ein wasserdichtes Gebäude. Sind hier beispielsweise die Fugen in der „Weiße Wanne“ genannten Stahlbetonkonstruktion nicht richtig abgedichtet, tritt Feuchtigkeit ein. Aber auch Material- und generelle Planungsfehler können der Grund für eindringendes Wasser ein, genauso wie eine fehlerhafte Konstruktion der Kelleraußentreppe, die das Abfließen von Wasser nicht optimal ermöglicht. Fehler dieser Art zu beheben, ist in jedem Fall kostspielig und fordert schnell eine fünfstellige Summe.

  • Dach

Gerade Flachdächer sind anfällig für Baumängel. Hier sind vor allem nicht fachgerecht ausgeführte Schweißnähte ein häufiges Problem. Aber auch Fehler im Bereich der Attika oder fehlerhafte Abdichtungsanschlüsse stellen keine Ausnahmeerscheinung dar.

Bei Steildächern liegt das Problem vor allem im Bereich der Dampfsperren. Diese soll bestimmte Bauteile vor dem natürlichen Wasseranteil in der Luft schützen. Werden hier Fehler gemacht, sind die Konsequenzen meist drastisch: Feuchtigkeit kann an die Dämmung abgegeben werden, sodass hier Schimmel entsteht.

  • Gebäudehülle

Fehler an dieser Stelle sind besonders ärgerlich, da sie nur unter großem (Kosten-) Aufwand korrigiert werden können. Auch hier ist die Dampfsperre eine häufige Problemquelle. Teilweise wird sie nicht richtig an den Kamin angeschlossen oder beim Einbau beschädigt. Folgen sind ebenfalls die Entstehung von Feuchtigkeit und mit ihr die Gefahr der Schimmelbildung.

  • Fußboden

Fußböden können sowohl falsch geplant als auch falsch verlegt werden. Im Vorhinein wird besonders häufig die Aufbauhöhe nicht richtig bemessen – was dann schnell dazu führt, dass Türen nicht mehr hinübergleiten können. Beim Verlegen ist oftmals die Verklebung nicht stimmig, was zu Blasen führen kann. Sollten Sie selbst den Fußboden verlegen, beachten Sie unbedingt die Vorgaben des Herstellers!

  • Türen und Fenster

Bei Fenstern und Türen kommt es vor allem auf zwei Kriterien an: Sie müssen sich problemlos öffnen und schließen lassen sowie Räume effektiv abdichten. Ersteres funktioniert nicht, wenn das Türblatt verzogen ist oder Putz ins Fenstergetriebe gelangt. Ist die Gummilippendichtung beschädigt, wird es dagegen zugig im Raum. Aber auch die Verbindung von Fenster und Außenwand muss perfekt austariert werden, um später nicht zu frieren.

  • Technik

Ungedämmte Rohre und falsche Lüftungskonzepte sind an dieser Stelle noch vergleichsweise harmlose Folgen. Kommt es bei der Elektrik zu Fehlern, besteht reale Gefahr. Deshalb gilt: Egal, wie hoch der Eigenanteil bei den Bauarbeiten ausfallen soll, sobald es um Strom geht, müssen Profis ran. Laien sollten sich hier in keinem Fall versuchen.

  • Balkon

Neben statischen Überlegungen, die für die Sicherheit der Balkonfläche unerlässlich sind, geht es hier vor allem um die Balkontür als potenzielle Wärmebrücke. Ein fehlerhafter Anschluss von Balkonbodenbelag und Tür beispielsweise geht zulasten des Raumklimas. Zusätzlich muss unbedingt ein Wasserablauf eingeplant werden.

  • Mauerwerk, Putz und Estrich

Werden zu kurze Austrocknungszeiten für Putz und Mauerwerk gewählt, fördert das die Schimmelbildung. Beim Estrich dagegen führt eine unvollständige Trocknung zur Beschädigung des Bodenbelags, der darüber verlegt wird. Fehlerhaft geplante Dehnungsfugen können den Estrich zum Reißen bringen. Auch das nicht sachgemäße Anmischen der Baustoffe hat schwerwiegende Folgen, wie beispielsweise Risse im Putz oder auch im Mauerwerk.

Was können Sie tun, um Baumängel durch ein Bauunternehmen zu verhindern?

Wer ein Haus größtenteils in Eigenregie baut, kann die oben genannten Punkte bei der Arbeit beachten. Wer allerdings Handwerker beauftragt, verliert ein Stück Kontrolle. Dabei sind auch Profis immer wieder für massive Baumängel verantwortlich. Um dem vorzubeugen, sollten Sie folgende Punkte beherzigen:

  • Einen Architekten beauftragen

Ein unabhängiger Architekt oder Betreuer sollte von Beginn an in das Bauvorhaben einbezogen werden. So kann er zum einen die Planung kontrollieren und absegnen, zum anderen die einzelnen Bauabschnitte abnehmen, sodass bereits erfolgte Fehler sofort korrigiert werden können. Zusätzlich hat das Ganze einen psychologischen Effekt: Häufig arbeiten Handwerker sauberer, wenn ein Fachmann ein Auge auf sie hat.

  • Detaillierte Leistungsbeschreibung fordern

Achten Sie darauf, dass im Vertrag mit der Baufirma jede zu erbringende Leistung detailliert festgehalten ist. Hier sollten auch die zu verwendenden Materialien aufgeführt werden, damit das Bauunternehmen nicht aus Kostengründen auf minderwertige Baustoffe zurückgreift.

  • Vor Insolvenz der Baufirma schützen

Die erheblichsten Mängel entstehen wohl, wenn das Bauvorhaben gar nicht beendet wird, weil das zuständige Unternehmen pleitegeht. Im Vertrag sollte deshalb unbedingt eine sogenannte Fertigstellungs- und Gewährleistungsklausel vorkommen. Diese verpflichtet die Versicherung oder zuständige Bank der Firma, für die Fertigstellung des Hauses aufzukommen.

  • Abschnittweise zahlen

Mit dem Bauunternehmen sollte nicht nur vereinbart werden, welche Kosten konkret für welche Bauleistungen anfallen, sondern auch, wann die Zahlung zu leisten sind. Hier bietet es sich an darauf zu bestehen, dass für einen Bauabschnitt erst gezahlt wird, wenn er vollständig ohne Mängel beendet wurde. So können Sie finanziellen Druck auf die Mängelbeseitigung ausüben.

Welche Schritte sollten Sie einleiten, wenn es doch zu Baumängeln gekommen ist?

Ist es dann doch passiert und das fertiggestellte Haus weist Baumängel auf, sind Sie nicht ganz hilflos. Wichtig ist aber, dass Sie Ihre Rechte kennen und richtig handeln.

  • Abnahme einfordern

Noch vor dem Einzug sollte es eine förmliche Abnahme des Neubaus geben. Werden hier Fehler entdeckt, müssen diese unbedingt umfassend protokolliert und die Abnahme verweigert werden. Anschließend können Sie eine kostenlose Reparatur durch die verantwortlichen Handwerker verlangen.

  • Gewährleistungsfrist nutzen

Selbst wenn Sie erst nach Einzug bestimmte Mängel erkennen, haben Sie noch Handlungsmöglichkeiten. Hierzu müssen Sie den Handwerker über die Schäden schriftlich informieren und ihm eine Frist für die Ausbesserung setzen. Je nach vorliegendem Mangel können entsprechende Ansprüche noch drei Jahre nach der Übergabe des Hauses geltend gemacht werden.